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TO 2011: Meine Fahrt im RYE XP Team
Geschrieben von Axel Fehlau   
Montag, 27. Juni 2011
Da kann man noch so viel planen und überlegen, sich auf alle Eventualitäten vorbereiten und dann kommt es anders als gedacht. Aber mal von vorne, wo fängt man das ganze Projekt denn an? Bei den 99 Einschlafversuchen am Abend zuvor oder dem 4 Uhr aufstehen?

Also kurz und knapp mal wieder nur 3,5h geschlafen, gemeinsames Frühstück, Gepäck abgeben und warmfahren. Bei trockenem aber kühlem Wetter in Trondheim eine wahre Wonne um 5.15 Uhr :-)

Kaum fahren wir aus der City, wird es nass. Mental schon mal eine Vorbereitung auf die ersten Kilometer. Nasskalt, so kenne ich Trondheim am Morgen des Rennsamstages.

In der Teambesprechung vom Freitagnachmittag war davon nicht die Rede, mir wurde die Aufgabe zugeteilt, neben dem Käpt’n zu fahren. Die Position ist direkt hinter dem 14 - 18 Fahrern, die vorne Kreiseln. Man hat zwar nicht die Belastungsspitzen wie im Kreisel, aber immer eine kleine Lücke und somit mehr Widerstand als würde man ganz hinten mitrollen. Bei Tempo 42 - 44 ist mitrollen ja nur bedingt möglich, da schon getreten werden muss.

Die Wolken hängen in den Bergen, aber die Wetteraussichten sehen ab Oppdal gut aus. Mit Tempo 45 geht es in den ersten Anstieg mit einer schnellen Abfahrt. Nach dem Kreisverkehr dann 60 Kilometer fast flach zur Auffahrt zum Dovrefjell. Was Wetter bessert sich, die Temperaturen sind aber immer noch mit 8 – 11° C Grad frisch. Die ersten beiden Stunden an dieser Position verbringe ich im Regen und bekomme so manche Gischt ab. Ich entschließe mich, nach der ersten Verpflegung meine Einweggummihandschuhe unter die Radhandschuhe anzuziehen. Kein leichtes Unterfangen in der Gruppe mit kalten nassen Händen, aber nach einigen Kilometern werden meine Finger wieder wärmer.

Mittlerweile fahre ich auch regelmäßig vorne im Kreisel und gewöhne mich an die Belastungsspitzen und finde immer mehr Spaß an der gemeinsamen Ausfahrt. Kurz vor dem höchsten Punkt zeigt sich die Sonne, es wird schon spürbar wärmer. Ich habe mir Sonne gewünscht, aber bitte nicht zu viel, denn unter dem Aerohelm wird es sonst ganz schön heiß.


(mit CamelBak im Trikot)

Das Hochplateau hat dieses Jahr kaum Wind, so dass wir zügig drüberfliegen, um im Anschluss die 7 km lange Abfahrt nach Dombas zu genießen. Wir schaffen die ersten 200 km in weniger als 5 Stunden, also alles nach Plan. Der Wind steht gut, leicht von Norden, es ist sonnig mit leichter Bewölkung, die Sause nach Lillehammer kann losgehen. Nach 270 km ist es ein tolles Gefühl, die Hälfte in 6h39m gefahren zu haben. Aber es ist noch ein langes Stück. Arm- und Beinlinge habe ich längst der Crew am Straßenrand zugeworfen und auch einen neuen 2 Liter CamelBak entgegen genommen. Es kann also weitergehen. Das Tempo bleibt und wird in den flach abfallenden Passagen noch mal forciert auf bis zu 46 - 48 km/h. Direkt in Lillehammer geht es bergauf, die ersten Ermüdungserscheinen zeigen sich. Auch wenn wir nur 8h30m bisher unterwegs sind, ist es spürbar, den Rhythmus auf bergauf/-ab umzustellen.

Nach ca. 390 - 400km gibt mein rechter Bremsschaltgriff den Geist auf. Weiterfahren mit nur 3 Gängen hinten ist bergauf möglich, aber die Schussfahrten bergab mit über 50 – 60 km/h sind nicht mal mit hoher Trittfrequenz dauerhaft drin. Ich lasse mich zurückfallen, aber leider kann mir das Folgefahrzeug nicht helfen. Die nach uns gestartete und spätere Siegermannschaft sammelt mich auf. Ich versuche, durch geschicktes Bergabrollen dranzubleiben, aber das gelingt mir nicht immer und schon sind auch die weg.

Zum Glück habe ich mein Telefon und die Nummer von unserer Crew dabei und frage nach einem neuen Rad, was zufällig parat und unbenutzt und vom Sponsor für solche Fälle vorbereitet ist. Das Begleitauto fährt zurück, wir bauen die Pedale um und fixieren den Transponder. Essen & Trinken fassen und schon kann ich das letzte Stück in Angriff nehmen.

Frei nach dem Motto "100 km gehen immer" trete ich besonnen und beherzt die letzten 90 Kilometer bei schönen Wetter Oslo entgegen. Ohne Puls, Watt oder Geschwindigkeit fehlt mir auch das Zeitgefühl. Die letzten 3 - 4 langen Anstiege kann ich gut bewältigen und genieße die Abfahrt zum Ziel. Erst nach Einfahrt erkenne ich meine tatsächliche Fahrzeit von 13h50m46s.

Überglücklich aber nicht völlig erschöpft empfangen mich meine Teammitglieder.

Die offizelle Ergebnisliste findet sich hier, ebenso kann eine Excel-Liste mit den Ergebnissen der Jahre 2000 - 2011 im Ergebnislisten-Downloadbereich heruntergeladen werden.

Meine SRM-Aufzeichnung stelle ich ebenfalls zur Verfügung, diese ist über den SRM-Downloadbereich zu erreichen.

 
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